Zu den Insekten, die auch bestäuben und Hilfe brauchen, gehören auch die Hummeln und die diversen Klein-wespen, wie die Grab- , Schlupf- und Lehmwespen. Für Hummeln kann man Nisthilfen kaufen oder selbst bauen, aber auch Trockenmauern mit Hohlräumen anlegen.
Bei Verwendung von Brennholzscheiten hat man das Problem, dass die Flächen nicht eben sind, man kann diese mit einem Handhobel oder elektrischer Handhobelmaschine eben machen. Wichtig: Das geht aber nur, wenn die Teile sicher in einem Werktisch oder einer Holbelbank eingespannt werden können. Das gilt auch fürs Bohren. Um saubere Eingänge zu haben, nach dem Bohren nochmals hobeln oder schleifen.
Wer kein Brennholz besorgen kann, kann auch in Kanten bohren. Dazu braucht man Reste z.B. von Hartholzdielen (4/ 5/6 cm stark - evtl. von Firmen, die Treppen bauen). Oder man leimt dünne Hartholzbrettstücke zusammen (3x2 cm = 6 cm stark/ 9 cm tief) dann kann man 8 cm tief bohren.
Nisthilfe: in die Kante gebohrt Hartholz getrocknet zum verschenken geeignet
Wer kein Holz besorgen kann und auch Probleme mit dem Bohren hat, kann im Fachhandel (s. unten) oder im Baumarkt fertige Module kaufen, da gilt aber leider nicht für die kleinen aber wichtigen Bohrungen.
Sehr wichtig ist, dass alle Öffnungen sauber sind. Bitte alle Teile prüfen, ob Holzfaser Splitter zu sehen sind und nacharbeiten. (Achtung! Die allermeisten Nisthilfen im Handel für Wildbienen sind unbrauchbar oder sogar schädlich, da die Bohrungen unsauber verarbeitet sind!)
Bei Fachfirmen kann man Füllmaterial kaufen: Schilfrohr/ Bambus und Pappröhrchen. Bei letzteren auf starke Wandung (1 mm) achten, auch da gilt Ø 6/ 7/ 8 mm, Tiefe 8 - 10 cm.
Das „auf Länge schneiden“ ist leider nicht ganz einfach. Man benötigt eine scharfe Japan-, Laub- oder eine kleine Bandsäge wie beim Modellbau oder eine elektrische Dekupiersäge. Mit den abgelängten Teilen kann man kleine selbst gebaute Holzkorpusse z.B. 12x12 cm oder 15x15 cm (Tiefe 11 cm) füllen mit Rückwand. Oder Konservendosen mit Standardmaßen, in die vorher eine 2 cm starke Scheibe aus Holz oder Styropor eingelegt wird. Das ergibt dann eine Tiefe von 10 cm.
Beim Füllen kann man je Dose mehrere Holzteile 1,5x 1,5 cm /10 cm lang miteinlegen. Holzkorpus und Dosen kann man dann zusammen mit gebohrten Hölzern mit kleinen oder großen Bohrungen in einen evtl. selbst gebauten Korpus z.B. 40x60 oder 60x80 cm (mit vorgezogenem Schrägdach) einlegen, mindestens 15 cm tief als Seitenschutz. Je nach Größe benötigt man für einen Holzkorpus 2, 3 oder 4 Einlegeböden.
Im privaten Bereich kann man klein anfangen und bei gutem Standort immer mal wieder das Angebot erweitern.
1) Wildbienenwand Gartenstadt 2) Wildbienenwand Hauptfriedhof 3) Kleinere Variante
Sehr wichtig:
keines der eingelegten Teile darf nach der Belegung in keiner Richtung verändert werden, sonst sind die angelegten Brutzellen zerstört. Wenn im Frühjahr am Verschluss nur ganz kleine Löcher zu sehen sind, war ein Parasit am Werk und der Rest ist zerstört. In diesem Fall kann man mit einem langen dünnen Gegenstand (z. B. lange dünne Holzschraube) den Bohrgang ausräumen.
Wenn man Füllmaterial von Fachfirmen kauft, sind 2 Punkte sehr wichtig: immer auf den Innen- Ø achten 6 / 7 /8 / 9 mm jeweils 8 bis 10 cm lang/tief. Pappröhrchen sollten mindestens 1 mm Wandstärke haben.
Bei den gekauften Röhrchen gibt es das Problem, dass bei Schilf- und Bambusröhrchen die meisten der Innen-Ø zu klein sind (3, 4, 5 – einige 6 mm) – für Wildbienen nicht geeignet, nur für die kleineren Insekten. (Kann man trotzdem anbieten, aber nur 5 cm lang in kleineren Dosen oder Holzkistchen.)
Falls gefüllte Dosen nicht in einem Korpus und fixiert eingelegt werden, sondern evtl. in einem Regal liegen, müssen diese auf einem Holzteil mit einer Schraube vor dem Befüllen fixiert werden, damit sie sich nicht mehr bewegen können, sonst ist der Inhalt zerstört.
Fachfirmen für Insektennisthilfen und Füllmaterial:
Diese Texte, Infos und Bilder wurden von unserem aktiven Mitglied Helmut Leopold zusammengestellt. Er plante und baute mit Helfern und Unterstützern für uns die Nisthilfen-Regale inkl. artgerechter Bestückung.
Helmut Leopold ist langjähriger Praktiker im Artenschutz und gibt gerne Auskunft zu technischen Details und Materialbeschaffung.