23.05.2026
Dem Aufruf von BUZO und NABU zur Krautschau folgten dieses Jahr 12 Menschen, die gemeinsam die mehr oder weniger unscheinbaren, in der Innenstadt am Straßenrand oder aus Betonritzen wachesenden Pflanzen erkunden wollten.
Viele Menschen nehmen Pflanzen, wenn überhaupt, nur als grünen Hintergrund oder Straßenbegleitgrün wahr. Die Stadtbotanik-Aktion #Krautschau soll mehr Bewusstsein für die Präsenz von Wildpflanzen
im urbanen Raum und für die Bedeutung von Natur in den Städten schaffen.
Die Aktion kam aus Frankreich über England nach Deutschland, seit 2021 wird sie auch in Deutschland bundesweit von der Frankfurter Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung koordiniert
und in die Tat umgesetzt.
Dabei geht es darum, die vielfach missachteten Pflanzen nicht nur zu bestimmen, sondern mit etwas bunter Kreide vor Ort Aufmerksamkeit zu verschaffen, die Beschriftung zu fotografieren und im
Netz zu teilen.
Mitmachen kann eigentlich jeder/r, denn Pflanzenbestimmungsapps wie z.B. FloraIncognita helfen auch Nichtbotaniker/innen bei der Bestimmung.
In zwei Kleingruppen ging es dann direkt vom Umweltzentrum in der Kronenstaße los, allerdings sind beide Gruppen nicht über die Kronenstaße hinaus gekommen, so zahlreich und vielfältig waren die
Beobachtungen.
Auffallend war die durchweg niedrige Wuchshöhe der Pflanzen. Während andernorts die Bestimmung häufig anhand von Blüten, Stengeln und Blättern erfolgen kann, war hier häufig nur eine
Bestimmung anhand einiger bodennaher Blätter oder der grundständigen Blattrosette möglich. Allein mit einem herkönmlichen Pflanzenbestimmungsbuch wären wir wohl nicht zum Ziel bekommen. Die
Bestimmungsapp hat da wahre Dienste geleistet.
Allein in der Kronenstraße zwischen Kronenplatz und Regierungspräsidium konnten über 40 Arten bestimmt werden:
In Deutschland haben sich über 500 Arten an die extremen Bedingungen in den Innenstädten angepasst: Sie trotzen Tritt- und Fahrbelastung, Hitze, Trockenheit, Bodenverdichtung und Verschmutzung. Dabei leisten sie auch noch einen wertvollen Beitrag im Ökosystem der Stadt: Sie bieten Insekten Schutz und Nahrung, nehmen Oberflächenwasser auf, erhöhen die Versickerung und binden Staub. An heißen Sommertagen tragen sie somit auch zur Kühlung der gepflasterten Flächen bei.
Das diesjährige Fazit:
Uns allen hat die Aktion sehr viel Spaß gemacht. Auch Nicht-Botaniker hatten ihre Freude daran und waren begeistert darüber, auf spielerische Art hier etwas neues zu lernen.
Die nächste "offizielle" Krautschau (Aufruf der Senckenberg-Gesellschaft) findet zwar erst wieder im Mai 2027 statt, aber: Pflanzenbestimmung macht das ganze Jahr über Spaß..
Text und Fotos:
Mari Däschner (BUZO)
Lea Dieckhoff, Anita Beha (NABU)