Luftikus in Wohnungsnot

Mauersegler (© NABU/Fotonatur)
Mauersegler (© NABU/Fotonatur)

 Ca. 40 % Rückgang bei Mauerseglern und noch mehr bei Schwalben - das war der Zündfunken für das Artenschutzprogramm Gebäudebrüter-Schwalben-Mauersegler vom NABU Naturschutzbund Deutschland e.V. , an dem sich auch die NABU-Gruppe Karlsruhe seit mehr als 3 Jahren beteiligt. Projektpartner ist das Umweltamt der Stadt Karlsruhe. (Bis jetzt wurden bereits im gesamten Stadtgebiet 48 Nisthilfen mit insgesamt 134 Brutkammern montiert -> siehe auch hier)
 
Ausgerechnet die auch vom NABU begrüßte energetische Sanierung von Gebäuden und Dachstühlen hat der Population sehr geschadet.
Obwohl durch Bundesgesetz streng geschützt, worin bestimmt ist, dass bei Abriss, Umbau oder Sanierung der Artenschutz berücksichtigt werden muss, gehen gerade für die Mauersegler durch Unwissenheit und Desinteresse der Eigentümer/ Architekten und Handwerksfirmen viele lang genutzte Nistmöglichkeiten verloren, welche heutzutage an modernen Bauten sowieso rar sind. Seit einiger Zeit kommt noch das Verschwinden der Insekten hinzu, die die Mauersegler als Nahrung und für die Aufzucht der Jungen benötigen. Wenn die alten Nester zerstört sind, brüten die sehr standorttreuen Mauersegler 1-2 Jahre nicht, bis sie einen Ersatzplatz gefunden haben. Das alles betreibt die bedrohliche Abwärtsspirale beim beliebten Flugkünstler und Sommerboten.

Mauersegler auf Nest Erlenbach/NABU
Mauersegler auf Nest Erlenbach/NABU

 Ein weiteres Motiv unserer Arbeit ist die Tatsache, dass wild lebende Tiere (auch Pflanzen) Bestandteil der Naturlandschaft und dem Siedlungsbereich von Dorf und Stadt sind. Sie gehören untrennbar zum Lebensumfeld der Menschen, zur biologischen Vielfalt und dem Naturhaushalt. Die Allgemeinheit hat ein überragendes Interesse daran, dass die Tier- und Pflanzenwelt, die ohnehin durch egoistisches Handeln der Menschen in ihrer biologischen Vielfalt bedroht ist, nicht nur in der Gegenwart sondern auch für künftige Generationen erhalten wird.

 

Bei der Montage von Nisthilfen sind wir natürlich auf das Verständnis und das Entgegenkommen von Gebäudebesitzern angewiesen. Bevorzugt wird an Gebäuden mit Gerüst montiert, da die Kosten für einen erforderlichen Steiger sehr hoch sind und auch die Nistkästen, die vom NABU gestellt werden, einen beachtlichen Preis haben.

 

Eine Nisthilfe hat 3 Brutplätze (ca. 105 cm/ bei 2 Brutplätzen 75 cm) (Querschnitt 15x15 cm) und kann auf Wunsch farblich angepasst werden. Frei hängende, nicht geschützte Kästen werden mit einem Alublech abgedeckt, das 5 cm vorspringt. An der Rückwand befinden sich Abstandshalter von 1 cm, damit sich keine Feuchtigkeit halten kann. Zur Befestigung benötigt man rechts und links je einen 10er Dübel. Die Montage erfolgt immer an einer der Sonne abgewandten Fläche. Eine Verschmutzung der Fassade ist bei einer Belegung mit Mauerseglern nicht zu erwarten.

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Für Sanierungsobjekte mit starker Isolierung können auch spezielle MS-Nistkasten integriert werden, für Neubauten gibt es Niststeine zum Einbau ins Mauerwerk, so dass nach dem Verputzen nur die runde Rosette zu sehen ist. (Vorschläge hierzu unter www.schwegler-natur.com

 

Bei älteren Gebäuden kann auch der hölzerne Dachkasten unter der Regenrinne genutzt werden. Dabei werden kleine Trennwände eingebaut und Einflüge ausgefräst.

Natürlich werden die technischen Details/ Montagemöglichkeiten am jeweiligen Objekt vor Ort in einem persönlichen Gespräch geklärt.

 

Bitte rufen Sie uns an oder senden Sie uns eine e-mail

 

Ansprechpartner:

Helmut Leopold, Artenschutz  Tel.: 0721 576372  Leopold-nabu@web.de

NABU Geschäftsstelle Tel.: 0721 36060  Geschäftsstelle@NABU-KA.de