Schleiereulen

Das Foto wurde aufgenommen, als zwei Studentinnen der PH Karlsruhe Gewölle abgeholt haben. Diese werden in einem Biologie-Seminar analysiert. Die Studenten wollen wissen, wovon sich die Ettlinger Schleiereulen ernähren. Es wurde uns zugesagt, dass wir das Ergebnis erfahren. Wir sind gespannt, was die Eulen in der Nacht so alles an Futter finden!

Auf dem Bild ist der deutliche Altersunterschied der Eulenjungen gut zu erkennen. Er kommt daher, dass das Eulenweibchen mit dem Legen des ersten Eis sofort zu brüten beginnt. Es wird alle zwei Tage ein Ei gelegt, so dass bei den acht Jungen (das Größte ist schon aktiver und daher nicht auf dem Bild) ein Altersunterschied von mehr als zwei Wochen besteht.

 

Ende Juni sind sieben Junge ausgeflogen. Eines ist leider aus unbekannten Gründen kurz vor dem flügge werden verstorben.

 

Schachtelbrut?

Das Bild dieser fast ausgewachsenen Schleiereule stammt aus einem Nistkasten, der sich nur wenige Meter neben dem Kasten mit den "Dunenjungen" befindet (siehe oberes Bild). Da die Bruten zeitlich relativ eng beieinander liegen, handelt es sich sehr wahrscheinlich um eine sogenannte "Schachtelbrut". Diese geht folgendermaßen vor sich:

Sobald sich die erste Brut soweit entwickelt hat, dass das Männchen die Schleiereule alleine versorgen kann, verpaart sich die Schleiereulendame mit einem anderen Männchen. Wie das Beispiel zeigt, kann das räumlich recht eng beieinander im selben Speicher liegen. Dass das Männchen der ersten Brut auch der Vater der zweiten Brut ist, gilt als eher unwahrscheinlich.

 

Durch diese Brutmethode ist es den Schleiereulen möglich, in relativ kurzer Zeit für viel Nachwuchs zu sorgen. Dies gleicht die hohen Verluste in schneereichen Wintern aus.