Update: Wie und wo haben unsere besenderten Störche den Winter verbracht?

 Es können an dieser Stelle nur die Wege der besenderten Störche aus unserer Region beschrieben werden. Wir wissen nicht, ob sie alleine unterwegs waren oder ob sie gemeinsam mit anderen Störchen den Weg nach Süden angetreten haben.

 

Egal, wie die Störche benannt wurden, wie wissen derzeit noch nicht, ob sie männlich oder weiblich sind.

 

„Brigitte aus Muggensturm“:

Sie flog im August recht zielstrebig die übliche Route entlang des Rheins, durch Burgund, entlang der Rhone bis in die Camargue. Nach kurzer Erholungspause ging es dann weiter entlang des Mittelmeers und diagonal durch Spanien zum berühmten Überflugpunkt bei Tarifa.

In Marokko ging es weiter nach Süden, quer durch die Sahara an die Grenze von Mali und Burkina Faso. Dort blieb sie bis Mitte März um dann konsequent den Weg nach Norden zu suchen. Nun verweilt sie schon einige Tage im Norden von Marokko.

 

„Brigitte aus Freiburg“:

Sie hielt sich den ganzen Winter in Nordspanien auf. Es gibt derzeit keine Tendenzen, dass sie an ihren Geburtsort zurückkommt.

 

„Alwin“:

Hier wissen wir, dass er eigentlich eine Dame ist. Er ist nämlich schon zwei Jahre alt. Alwin stammt aus Vorallberg und brachte eine Überraschung nach der anderen.

Entgegen der üblichen Zugroute flog er einfach quer durch die Alpen, danach entlang der italienischen Westküste bis nach Sizilien. Von hier aus wollte er weiter nach Afrika und wir hielten alle den Atem an.

Er flog die Südküste Siziliens auf der Suche nach einer Überflugmöglichkeit ab. Es war klar, wenn er es versuchen sollte, wäre es sein Tod, denn 150 km über das Meer schafft kein Storch. Hier fehlt die tragende Thermik. Er flog auf die vorgelagerten Ägädischen Inseln, kam aber jedes mal zurück.

Anscheinend resignierte er dann und blieb bis jetzt in Westsizilien auf einem relativ engen Raum.

 

„Rheinstetten“:

Das ist der abgebildete Vogel, der im letzten Jahr in Rheinstetten besendert wurde.

Er flog im Prinzip die traditionelle Route durch Spanien und Marokko und ist seit dem November in der algerischen Sahara verschwunden. Sein Sender wurde noch nicht gefunden. Es besteht dennoch kaum Hoffnung, dass er noch am Leben ist.

So traurig dies ist, es gehört dennoch leider zur Realität. Mindestens die Hälfte aller Jungstörche überleben das erste Jahr nicht.

 

 

„Mathilde“ aus Langenbrücken:

Auch sie nahm den direkten Weg über Tarifa/Gibraltar nach Afrika.

Durch Marokko und Mauretanien bis an den Gambiafluss, wo sie den Winter auf engem Raum verbrachte. Vor wenigen Wochen startete sie den Rückweg und befindet sich derzeit in Nordmarokko. Ob sie den Spring über das Mittelmeer in diesem Frühjahr noch wagt?

 

 

„Marta“:

Flog direkt nach Südwestfrankreich bei Bourdeaux, wo es ihr immer noch gefällt.

 

 

„Walther“ aus Graben-Neudorf:

Er ist schon im zweiten Lebensjahr und flog im Herbst zügig nach Marokko. Schon im Januar wagte er den Rückflug nach Spanien, wo er überraschenderweise blieb. Seit Anfang April blieben dann die Lebenszeichen aus. Sein Sender wird derzeit an einem Stausee gesucht.

 

 

 

Die Zugwege aller besenderten Störche könne weiterhin über die kostenlose App „Animaltracker“ verfolgt werden.

 

Unsere Störche auf dem Weg nach Süden

 

Mitte Juni wurden zwei Jungstörche aus unserer Region mit einem Solar-Sender versehen, der ihren Weg nach Süden und die dortigen Aufenthaltsplätze zeigen soll. Dies wurde von Wolfgang Fiedler von der Vogelwarte Radolfzell gemeinsam mit dem Beringer Stefan Eisenbarth vorgenommen.

 

Im Nest in Rheinstetten waren drei noch nicht flügge Jungstörche, die aus dem Nest genommen wurden um sie am Boden sicher beringen zu können. Ein Storch wurde zusätzlich mit einem Sender versehen.

 

 

 Seither ist der jeweilige Aufenthaltsort des „Rheinstetten“ genannten Storchs täglich im Internet zu sehen. Hierfür dient die frei zugängliche App „Animal Tracker“.

 

Der bisherige Weg war schon äußerst spannend, was ohne die Besenderung nicht bekannt geworden wäre. Schon nach wenigen Tage unternahm unser Jungstorch die ersten Flugversuche. Nach rund drei Wochen war es dann soweit. „Rheinstetten“ flog offensichtlich nach Süden .

Ein kleiner Fehlversuch bei Basel wurde schnell korrigiert und er bog nach Westen ab um durch die Burgundische Pforte ins Rhonetal zu gelangen. Nach mehreren Tagen gelangte er in die Camargue, wo er eine Zeit lang blieb um dann entlang der Küste über die Pyrenäen zu fliegen.

 

In Spanien ging es weiter auf direktem Weg Richtung Süden, was sich bald als Fehler erwies. So Kam er an die Küste bei Almeria, wo der Überflug nach Afrika natürlich nicht möglich war. Viel zu weit über offenes Wasser für einen Storch, der auf tragende Thermik angewiesen ist. Nun der nächste Fehler: Er flog nach Osten und suchte die Küsten über eine lange Strecke ab. Letztendlich bog er doch nach Westen ab um in der Nähe von Madrid mehrere Wochen in einem Feuchtgebiet zu verbleiben.

 

Man hatte sich schon darauf eingestellt, dass unser junger Storch seinen ersten Winter in Spanien verbringen würde. Doch dann zog er plötzlich Richtung Gibraltar. Möglicherweise hatte er sich nun einer Gruppe erwachsener Störche angeschlossen. Der Sender kann hier keine genauen Angaben machen. Jungstörche verlassen unsere Region vor den Adulten.

Auf direktem Weg ging es dann über die Straße von Gibraltar bei Tarifa nach Marokko. Seit längerer Zeit ist er nun südlich der Hauptstadt Rabat zu sehen.

 

Eine weitere besenderte Störchin „Brigitte aus Muggensturm“ machte es anfangs deutlich besser. Ihr Weg führte über die bekannten Flugrouten nach Tarifa, weiter durch Marokko ohne große Zwischenaufenthalte. In der Sahara dann die böse Überraschung: Der Sender blieb am selben Platz, keine Ortsveränderung war feststellbar. Dies ließ Schlimmes vermuten.

 

Doch dann nach mehr als zwei Wochen funkte es plötzlich wieder! Brigitte war in der Nähe von Timbuktu in Mali. Weitere Ausfälle des Senders beunruhigen nun nicht mehr. Immer wieder kommen Meldungen aus diesem Gebiet.

 

 

Bilder + Text: Klaus Lechner