Unsere Störche auf dem Weg nach Süden

 

Mitte Juni wurden zwei Jungstörche aus unserer Region mit einem Solar-Sender versehen, der ihren Weg nach Süden und die dortigen Aufenthaltsplätze zeigen soll. Dies wurde von Wolfgang Fiedler von der Vogelwarte Radolfzell gemeinsam mit dem Beringer Stefan Eisenbarth vorgenommen.

 

Im Nest in Rheinstetten waren drei noch nicht flügge Jungstörche, die aus dem Nest genommen wurden um sie am Boden sicher beringen zu können. Ein Storch wurde zusätzlich mit einem Sender versehen.

 

 

 Seither ist der jeweilige Aufenthaltsort des „Rheinstetten“ genannten Storchs täglich im Internet zu sehen. Hierfür dient die frei zugängliche App „Animal Tracker“.

 

Der bisherige Weg war schon äußerst spannend, was ohne die Besenderung nicht bekannt geworden wäre. Schon nach wenigen Tage unternahm unser Jungstorch die ersten Flugversuche. Nach rund drei Wochen war es dann soweit. „Rheinstetten“ flog offensichtlich nach Süden .

Ein kleiner Fehlversuch bei Basel wurde schnell korrigiert und er bog nach Westen ab um durch die Burgundische Pforte ins Rhonetal zu gelangen. Nach mehreren Tagen gelangte er in die Camargue, wo er eine Zeit lang blieb um dann entlang der Küste über die Pyrenäen zu fliegen.

 

In Spanien ging es weiter auf direktem Weg Richtung Süden, was sich bald als Fehler erwies. So Kam er an die Küste bei Almeria, wo der Überflug nach Afrika natürlich nicht möglich war. Viel zu weit über offenes Wasser für einen Storch, der auf tragende Thermik angewiesen ist. Nun der nächste Fehler: Er flog nach Osten und suchte die Küsten über eine lange Strecke ab. Letztendlich bog er doch nach Westen ab um in der Nähe von Madrid mehrere Wochen in einem Feuchtgebiet zu verbleiben.

 

Man hatte sich schon darauf eingestellt, dass unser junger Storch seinen ersten Winter in Spanien verbringen würde. Doch dann zog er plötzlich Richtung Gibraltar. Möglicherweise hatte er sich nun einer Gruppe erwachsener Störche angeschlossen. Der Sender kann hier keine genauen Angaben machen. Jungstörche verlassen unsere Region vor den Adulten.

Auf direktem Weg ging es dann über die Straße von Gibraltar bei Tarifa nach Marokko. Seit längerer Zeit ist er nun südlich der Hauptstadt Rabat zu sehen.

 

Eine weitere besenderte Störchin „Brigitte aus Muggensturm“ machte es anfangs deutlich besser. Ihr Weg führte über die bekannten Flugrouten nach Tarifa, weiter durch Marokko ohne große Zwischenaufenthalte. In der Sahara dann die böse Überraschung: Der Sender blieb am selben Platz, keine Ortsveränderung war feststellbar. Dies ließ Schlimmes vermuten.

 

Doch dann nach mehr als zwei Wochen funkte es plötzlich wieder! Brigitte war in der Nähe von Timbuktu in Mali. Weitere Ausfälle des Senders beunruhigen nun nicht mehr. Immer wieder kommen Meldungen aus diesem Gebiet.

 

 

Bilder + Text: Klaus Lechner