NABU installiert Schleiereulenkasten in Rintheim

Die Kirche hat (hoffentlich bald) einen Vogel

Die NABU-Gruppe Karlsruhe brachte im Februar 2016 einen Schleiereulenkasten im Rintheimer Kirchturm an. Nachfolgend ein Auszug aus dem Gemeindebrief der Evangelischen Kirchengemeinde "Zum Guten Hirten", in dem über diese Aktion berichtet wurde:

In enger Zusammenarbeit mit Herrn Pfarrer Eberhard Weber von der Evangelischen Gemeinde Zum Guten Hirten ist es gelungen, von der zuständigen Behörde eine Genehmigung für die Anbringung eines Eulennistkastens im Rintheimer Kirchturm zu erhalten. Dieser wurde im  Februar 2016 montiert.

Die Schleiereule wählt lhre Brutplätze innerhalb menschlicher Siedlungen. Daraus ergibt sich eine besondere Verantwortung für uns, um diese in unmittelbarer Nähe des Menschen brütende, dennoch ' aber empfindliche Vogelart, zu erhalten.

Mit ihrem herzförmigen Gesicht und den kleinen dunklen Augen ist die Schleiereule vielleicht unsere schönste Eule. Das Gefieder ist oberseits gelbbraun und unterseits weiß. Die Ohren liegen unter den Federn des Gesichtes verborgen. Schleiereulen verfügen über ein perfektes Richtungs-Hören, mit dem sie in stockdunkler Nacht jagen.

Zum Jagderfolg trägt maßgeblich der lautlose Flug bei, mit dem Schleier-

eulen ihre Beute über-

raschen. Weiches, mit Flaum gepolstertes Ge-

fieder und spezielle Zähnelungen an den äußeren Federn redu-

zieren das Flugpfeifen. So können Fluggeräusche die Beute nicht warnen und die Eulen beim Hören nlcht stören.

Nahrungsfavorit der Schleiereule ist die Feldmaus. Rintheimer Sandhasen passen nicht in das Beuteschema der Eule. Versprochen.

Ab April/Mai liegen vier bis sieben langovale, weiße Eier im Nest. Da Schleiereulen alle zwei bis drei Tage ein Ei legen und ab dem ersten Ei zu brüten beginnen, schlüpfen die Jungen asynchron, und es finden sich unterschiedlich große Jungvögel im Nest. Im Volksmund werden sie daher auch Orgelpfeifen genannt.

Die Brut- und Nestlinqszelt dauert jeweils etwa einen Monat Das Männchen versorgt seine brütende Partnerin und anfangs auch die zunächst blinden Jungen mit Futter. Mit 11 bis 14 Tagen öffnen sie ihre Augen und verlassen nach etwa 60 Tagen das Nest.

Nun heißt es Daumen drücken, ob Schleiereule oder auch Turmfalke den bezugsfertigen Kirchenneubau annehmen werden. Wir halten Sie auf dem Laufenden.
Rüdiger Grau, NABU Karlsruhe