Fragen des NABU-Kreisverbands Karlsruhe

an die Kandidierenden in den Wahlkreisen Bretten, Bruchsal und Ettlingen

Der NABU-Kreisverband Karlsruhe hat die Landtagskandidatinnen und -kandidaten von CDU, Grünen, SPD und FDP im Landkreis auf ihre „Umweltverträglichkeit“ geprüft – durch Übersenden eines Fragebogens zu aktuellen Umwelthemen.

Die Kandidatinnen und Kandidaten hatten drei Wochen Zeit, um die aus Sicht des Kreisverbands zentralen Fragen zum Natur- und Umweltschutz zu beantworten.  Innerhalb der gesetzten Frist haben neun von zwölf Kandidaten aus den drei Wahlkreisen Bruchsal, Bretten und Ettlingen geantwortet.

Inwieweit übernehmen Sie Verantwortung für unsere zukünftige Umwelt insbesondere bei der ergebnisoffenen Findung eines Atomendlagers oder die CO2-Emissionen weiter zu reduzieren?

Alle Parteien setzen sich für die ergebnisoffenen Findung eines Atomendlagers sowie die Reduzierung der CO2-Emissionen ein. Wobei die CDU auf Anreize und Freiwilligkeit setzt, wollen die anderen Parteien durch gezielte Förderung und auch gegen den möglichen Widerstand Entscheidungen treffen, um die gesteckten Ziele zu erreichen.

 

Wie gedenken Sie mit den zunehmend negativen Auswirkungen der Landwirtschaft auf die Natur umzugehen?

Alle Parteien sehen den Konflikt zwischen dem erhöhten Flächenverbrauch zu der Bereitstellung von regionalen Produkten. Die CDU und FDP-Kandidaten wollen sich für die Förderung und Gestaltung einer naturnahen Bewirtschaftung und Landnutzung einsetzen, dabei setzt die CDU und FDP auf Anreize und Freiwilligkeit. Darüber hinaus, so die CDU, zeigen wissenschaftliche Erkenntnisse, dass auch auf bewirtschafteten Flächen eine sehr große Artenvielfalt anzutreffen ist. Die GRÜNEN und die SPD setzen sich für den weiteren Ausbau des ökologischen Landbaus und die Umsetzung der neuen Naturschutzstrategie der Landesregierung ein. „Bei der konventionellen Landwirtschaft kann man eine „Ökologisierung“ feststellen. Dies ist durch Umschichtungen der Agrarfördergelder gelungen.“ laut Frau Schwarz. Sie möchte dafür sorgen, dass weniger Chemie auf die Äcker kommt. Die SPD unterstreicht die Einrichtung der Landschaftserhaltungsverbände zur Stärkung der Umsetzung auf kommunaler Ebene.

Wie soll die Naturschutzverwaltung und die Naturschutzfinanzen gestärkt werden, da die vorhandenen Ressourcen nicht ausreichen, um die geplanten Maßnahmen umzusetzen?

Im puncto Naturschutzverwaltung wollen alle Parteien bis auf die FDP diese weiter fördern und unterstützen. Die FDP-Kandidatin hält eine weitere Aufstockung nicht für erforderlich. Zur Umsetzung der Naturschutzstrategie wollen die GRÜNEN und die SPD die Finanzmittel weiterhin aufstocken. Eine weitere Erhöhung für die Zukunft lehnen CDU und FDP ab. Carolin Holzmüller von der FDP sagt: „Naturschutz bedeutet für mich, dass wir die Natur sich selbst überlassen und somit kein Eingreifen oder keine kostspieligen Maßnahmen von Menschen erforderlich sein sollten.“

Unterschutzstellung der Saalbachniederung:
Erfreulich findet der NABU-Kreisverband, dass die Unterschutzstellung der Saalbachniederungen von allen Parteien unterstützt wird.

Unterschutzstellung von Streuobstwiesen:
Bei den artenreichen Streuobstwiesen teilen sich die Meinungen. Alle Parteien setzen sich zum Erhalt der Streuobstwiesen ein, aber nur die GRÜNEN und die SPD fördern eine Unterschutzstellung.

Umsetzung des Landesjagd- und Wildtiermanagementgesetzes:
Während die GRÜNEN und die SPD das verabschiedete Jagdgesetz konsequent umsetzen wollen, möchten die CDU und die FDP Teile dieses Gesetzes wieder rückgängig machen, zum Beispiel die Jagdruhezeiten sowie die Wildschadensregulierung.


Der NABU-Kreisverband Karlsruhe zeigte sich enttäuscht, dass manche Kandidatinnen und Kandidaten dem Natur- und Umweltschutz offenbar nur eine geringe Bedeutung beimessen.


"Wir arbeiten überparteilich und geben darum keine Wahlempfehlungen für bestimmte Parteien oder einzelne Personen. Gleichwohl bitten wir die Wählerinnen und Wähler am 13. März die Ergebnisse unserer Umweltverträglichkeitsprüfung zu berücksichtigen und mit ihrer Stimme auch den Natur- und Umweltschutz in Baden-Württemberg voranzubringen“, sagt Reinhard Pennekamp, der stellvertretend für den Kreisverband die Umfrage durchgeführt hat.

 

Die Antworten der einzelnen Kandidatinnen und Kandidaten finden Sie hier:

 

Wahlkreis 29 (Bruchsal):

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Ulli Hockenberger, CDU
CDU_Hockenberger_Antwort_Landtagswahl_20
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Gabi Aumann, Bündnis90/DIE GRÜNEN
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Markus Rupp, SPD
SPD_Rupp_Markus_Landtagswahl_2016.pdf
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Wahlkreis 30 (Bretten):

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Joachim Kößler, CDU
CDU_ Kößler_ Antwort_Landtagswahl_2016.p
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Andrea Schwarz, Bündnis 90/Die GRÜNEN
GRÜNE_Schwarz_Landtagswahl_2016.pdf
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Anton Schaaf, SPD
SPD_Schaaf__Anton_Landtagswahl_2016.pdf
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Carolin Holzmüller, FDP
FDP_Holzmueller_Carolin_Landtagswahl_201
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Wahlkreis 31 (Ettlingen):

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Christine Neumann, CDU
CDU_ Neumann_Christine_Landtagswahl_2016
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Anneke Graner, SPD
SPD_Graner_Anneke_Landtagswahl_2016.pdf
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