Frog-Blog:

Aktuelles zur Amphibien-Saison 2020

Verfolgen Sie hier ein komplettes Amphibien-Jahr

Nach den beiden zum Teil extrem trockenen Jahren 2018+19 wird es nun interessant zu beobachten, wie die langfristigen Auswirkungen auf die heimische Amphibienwelt ausfallen.

Springfrosch 1.2.2020, Foto: C. Buchta
Springfrosch 1.2.2020, Foto: C. Buchta

Im Dezember schrieb ich: "Es sieht momentan nach einem milden Winter aus, so dass möglicherweise die Wandersaison der frühen Arten (Springfrösche) schon sehr zeitig ausgelöst werden könnte."

Diese These hat sich in den vergangenen Tagen bestätigt:

Am 1. Februar waren bereits Anzeichen von Wanderbewegungen der Springfrösche, Erdkröten, Berg-und Teichmolche auf der Straße im Weiherwald zu beobachten.

Es sind bisher nur vereinzelte Tiere, die die milde Witterung ausnutzen.

V.a. in den nun wieder gut gefüllten kleineren Tümpeln im Weiherwald sitzen bereits Springfrosch Männchen, die sich dort auf der Suche nach einer Partnerin günstig positionieren.

Große Aktivität im Wasser lässt sich auch bei den drei Molcharten: Kammmolch, Bergmolch, Teichmolch beobachten:

Eine Sensation war eine Laubfroschsichtung! Mal abgesehen davon, dass die Laubfrösche ohnehin sehr schwer bei wandern zu sichten sind, sind sie i.d.R. erst sehr viel später unterwegs (ab März/April).

Update 17.2.20

Durch die vielen kurzen Warmwetter-Phasen kommt es weniger zu Massenwanderungen, sondern zu individuellen Wanderaktivitäten. In allen Tümpeln des Biotops sind schon Laichballen der Springfrösche zu beobachten:

 

 

Update 2.3.20

Die Erdkröten sind auf dem Weg, ihre Partnerin vor dem Laichgewässer abzupassen. Ein erstes Pärchen wurde schon beim erreichen des Wassers beobachtet.

Update 12.3.20

Am 11.3. fand unsere 1. geführte Amphibientour bei milden Temperaturen im Weiherwald statt. 16 Teilnehmer (Erwachsene und Kinder) waren mit Gummistiefeln entlang der überfluteten Wege unterwegs und konnten um die 100 Erdkröten Männchen bei ihrer Suche nach einer Partnerin beobachten. Auch 5 Pärchen hatten sich schon gefunden. Desweiteren konnte eine Springfroschpaarung beobachtet werden und ein Grasfrosch, der mit knurrendem Ruf versuchte, eine Partnerin herbei zu locken.

Knoblauchkröte 10.3.20/Buchta
Knoblauchkröte 10.3.20/Buchta

 

In der vorangegangenen Nacht war sogar eine äußerst selten zu beobachtende Art in Weiherwald unterwegs: die Knoblauchkröte. Diese faszienierende kleine Krötenart kann sich mit Hilfe von verhornten Hinterfüßen rückwärts eingraben.

(einen vergleichenden Rückblick zu den Touren im Jahr 2019 finden Sie hier)

 

Update:

(Erwachsenen und Kinder-Tour am 12. und 14.3.2020)

Am 12.3. war bei warmem Nieselregen ordentlich Betrieb auf allen Wegen im Weiherwald: es waren neben dem Laubfrosch (schon der 2. dieses Jahr) auch einige Teichfrösche unterwegs (adult und subadult). Bei der Kindertour am kühlen sternklaren Samstag konnten wir dann v.a. die Erdkröten im Wasser beobachten. Auch Pärchen waren unterwegs.

Update 22.3.20

Erdkröten und Grasfrösche haben ihren Laich abgelegt: bei Kröten sind dies Schnüre, bei den Fröschen Laichballen. Der bereits im Februar abgelegt Springfroschlaich entwickelte sich in den vergangenen warmen Tage enorm. Man sieht bereits kleine Larven ausschlüpfen.

Update 30.3.20

Springfrosch Larven sind schon ordentlich gewachsen und halten sich in warmen Flachwasser auf. Die Grasfrosch- und Erdkrötenlarven des Mitte März abgelegten Laichs sind gerade am schlüpfen.

Update 4.4.2020 "Tanz der Molche"

Im wärmer werdenden Flachwasser von Tümpeln kann man jetzt Berg- und Teichmolche bei ihren "Hochzeitstänzen" beobachten: bei den Teichmolchen verfolgen mehrere Männchen das Weibchen, möchte ein Molch seine Partnerin zur Paarung bewegen, fächelt er ihr mit dem gezackten Schweif "Liebesdüfte" zu.

Auch bei den Kammmolchen geht es jetzt nachts zur Sache: das Männchen versperrt dem Weibchen den Weg mit seiner Breitseite und versuche es zur Paarung zu stimmulieren.

Update 10.4.20: Kreuzkröten Konzert und Paarungen

Auf den Rüppurrer Wiesen war am Karfreitag bei milden Wetter ein enormes Kreuzkröten-Konzert zu hören. Nach 2 trockenen Jahren ohne Laichmöglichkeiten, sind die Wiesen und Kanäle wieder einmal voller Wasser und die Tiere ergreifen ihre Chance:

Update 23. Mai 2020: Nach einigen feuchten Phasen sind jetzt schon seit einigen Wochen intensive Ruf-Konzerte der Laubfrösche zu hören. Sie sind besonders intensiv nach Sonnenuntergang. Bei den Teichfröschen kann man auch tagsüber immer wieder lautstarke Ausbrüche von Paarungs-und Revierkämpfen beobachten und belauschen. Oftmals werden diese von lauten Geräuschen, wie z.B. einem vorbeifahrender Zug etc. ausgelöst.

 

Die Larven der früh ablaichenden Arten Springfrosch, Grasfrosch, Erdkröte (s.oben Febr/März) haben sich jetzt schon weit entwickelt und werden demnächst die Gewässer verlassen. Im Bild ist eine Springfroschlarve zu sehen.

 

Text und Bilder: Cornelia Buchta