Ein neues Uhuvorkommen im Karlsruher Hafen

Bericht von Friedemann Scholler, Peter Havelka und Artur Bossert

Seit Dezember 2013 wurden im Bereich der Mülldeponie West regelmäßig Beobachtungen von zunächst einem, dann zwei Uhus gemacht. Dabei handelte es sich offensichtlich um ein Paar, was am Größenunterschied deutlich erkennbar war. Die Vögel hielten sich auf dem Gelände der Mülldeponie, meist oberhalb der Solarpaneele auf um zu jagen. Sie flogen auch in die nähere Umgebung, wobei sie vorzugsweise auf dem Förderturm der Südwest Asphalt GmbH & Co. KG standen.

Nach dem 19.01.2014 konnten keine Beobachtungen mehr am Energieberg (Alte Müllkippe) gemacht werden. Ab Februar gab es aber recht unbestimmte Hinweise durch Anlieger im Hafen, insbesondere vom Südbeckenbereich. Konkretisiert wurden die Hinweise durch das Verhören der Uhus. Die Rufe des Männchens konnten am 23.02. aus der Lagerhalle vernommen werden.

Am 27.02. wurde während der Nachsuche das Gelege auf einem Querträger der Dachkonstruktion gefunden. Ab April lagen dann zwei Junge im Alter von 10 – 14 Tagen im Horst. Bei der guten Ernährungslage entwickelten sich beide Jungvögel prächtig und konnten am 22. April mit den Ringen der Vogelwarte Radolfzell gekennzeichnet werden.

Die Ästlingsphase verbrachten die Jungen zunächst auf dem Koksberg in der Halle und sie wanderten dann sukzessive weiter auf den Boden der Halle. Eine Störung durch die alltäglichen Arbeitsabläufe (Belademaßnahmen durch Kran, Radlader und LKW) konnte nicht festgestellt werden. Mit fortschreitendem Alter begaben sich die Jungvögel in die höher liegenden Bereiche der Halle, wo sie sich bevorzugt auf dem Metallgestänge sowie den Trägern aufhielten. Am 18. Juni wurden sie erstmals auch tagsüber im Außenbereich festgestellt. Der Familienverband hielt mindestens bis zum 12.8. zusammen.

Angefügt werden soll noch die Nachricht, dass während der Brutzeit im Hafen ein großes Feuerwerk geplant war. Erst durch massive Proteste durch die Autoren konnte dies verhindert werden. Auch an dieser Stelle sei dem Karlsruher Bürgermeisteramt herzlich dafür gedankt, dass diese massive Störung verhindert werden konnte (vgl. früheren Bericht).