Kooperationsprojekt für den Steinkauz

Eine Allianz für den Steinkauzschutz in Grötzingen hatte sich am 22. August auf dem Knittelberg zusammengefunden: Klaus Feige und Thomas Hauenstein von den Heimatfreunden, Artur Bossert und Wolfgang Seeger vom NABU sowie Friedhelm Sauer, Pfarrer der ev. Kirchengemeinde Grötzingen. BNN-Redakteurin Kerstin Etzold und Fotograf Jörg Donecker waren als Berichterstatter vor Ort und ließen sich erklären, wie das Bündnis zustande gekommen und was der Zweck der Aktion ist.

Die Steinkauzröhren werden aufgehängt und in einer Karte exakt eingetragen.
Die Steinkauzröhren werden aufgehängt und in einer Karte exakt eingetragen.

Hintergrund des Ereignisses war die Initiative der Grötzinger Bürgerin Heike Jung, die sich beim NABU erkundigte, ob man in Grötzingen ein Naturschutzprojekt hätte, das durch eine Gottestdienst-Kollekte unterstützt werden könnte. Jedes Jahr findet am Naturfreundehaus auf dem Knittelberg ein ökumenischer Gottesdienst im Freien statt, dessen Erlös der Naturschutzarbeit vor Ort zu Gute kommt.

Wir brauchten nicht lange zu überlegen. Seit einiger Zeit gibt es eine Zusammenarbeit zwischen Thomas Hauenstein von den Heimatfreunden und dem NABU-Naturschutzwart Wolfgang Seeger. Da man seit einiger Zeit plante mit künstlichen Steinkauzröhren dem Vogel wieder in Grötzingen Nisthilfen anzubieten, lag es nahe, das Geld hierfür zu verwenden. So wurden die Hagsfelder Werkstätten, eine Beschäftigungsgesellschaft für Behinderte, mit der Anfertigung von 6 Niströhren beauftragt. Der NABU finanzierte sie vor und bekam den Betrag von 240,- € aus der Kollekte von Pfarrer Sauer feierlich im zukünftigen Steinkauzrevier überreicht.

 

Ohne eine genaue Kartierung ist es recht aufwendig die Steinkauzröhnen z.B. zum Reinigen, wieder zu finden.
Ohne eine genaue Kartierung ist es recht aufwendig die Steinkauzröhnen z.B. zum Reinigen, wieder zu finden.

Auch das städtische Umweltamt unterstützt die Aktion. Insgesamt sollen 24 Nistkästen in Grötzingen und der Giesbachniederung dem Steinkauz ein neues Zuhause bieten.

Die Aktiven hoffen sehr, dass sich der kleine Kauz wieder in der Region ansiedelt. Die Bedingungen sind dabei günstig, denn ringsum sind Steinkauz-Vorkommen zu verzeichnen, so in Langensteinbach, Karlsbad und Walzbachtal, aber auch in der Rheinebene nördlich Karlsruhe. Besonders für den Knittelberg scheinen die Bedingungen günstig: Hier finden sich extensiv bewirtschaftete Wiesen und Gärten mit eingestreuten Heckenzügen, vor allem aber Streuobstbäume, die sich ebenfalls als Brutplätze und Standquartier eignen. Auch das Nahrungsangebot scheint zu stimmen, denn auf den arten- und blütenreichen Wiesen (teilweise Halbtrockenrasen) gibt es viele Insekten und Kleintiere wie Heuschrecken, Eidechsen und Mäuse.

Ein ausführlicher Bericht mit Farbfotos in den Badischen Neuesten Nachrichten am 23.08. informierte die Karlsruher Bevölkerung über das Projekt und trägt hoffentlich dazu bei, dass noch mehr Baum- und Grundstücksbesitzer sich bereit erklären, eine oder mehrere Brutröhren auf ihrem Gelände anzubringen. Die Aktiven der Gruppe sind schon sehr gespannt, wann sich ein Erfolg der Aktion einstellt. Hoffen wir also auf viele gute Steinkauzjahre – nicht nur in Grötzingen!