Hafenfest 2014 ohne Feuerwerk

Der Schutz seltener Uhus geht vor

Für die Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz (AGW) und den NABU Karlsruhe war es eine kleine Sensation: Im Karlsruher Rheinhafen brüteten Uhus!

 

Der Brutplatz befand sich in einer Lagerhalle, in der tagsüber Menschen arbeiten und der Güterumschlag mit großen Kränen und anderem schwerem Gerät wie üblich abgewickelt wurde. In der Halle ist tagsüber ein erheblicher Lärmpegel. Das alles störte die Uhus nicht – sie hatten lange vor der Eiablage Zeit, sich an das Treiben zu gewöhnen. Mittlerweile sind die jungen Uhus fast flügge. Sie klettern auf den Streben eines Laufkrans aus der Lagerhalle heraus und setzen sich unter dem Dachvorsprung auf eine kleine Plattform, wo sie von den Alttieren gefüttert werden.

 

Das alljährlich stattfindende Hafen-Kultur-Fest Ende Juni im Karlsruhe löste bei den Naturschützern jedoch kurzfristig Alarm aus: Als Höhepunkt des Hafenfestes sollte – wie bereits auch in den Vorjahren – ein großes Feuerwerk abgebrannt werden, was den vielen Besuchern auch sicherlich gut gefallen hätte. Die Veranstalter wurden auf die Problematik aufmerksam gemacht, was diese jedoch als vernachlässigenswert eingeschätzt hatten. Sie gingen von einer direkten Bedrohung durch das Feuerwerk aus. Darum geht es aber nicht in dieser Frage. Mit Sicherheit wären die jungen Uhus in Panik geraten bei diesem mehrere Minuten dauernden Spektakel. Die zu erwartenden Folgen bei einem Absturz aus vielen Metern Höhe kann sich allerdings jeder vorstellen! Durch verschiedenen Interventionen auch auf der politischen Schiene ist es gelungen, die Verantwortlichen zu überzeugen: Das Feuerwerk wurde durch Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup abgesagt. Herzlichen Dank!